Vermeintlicher Anschlag in Venezuela zeigt: Großveranstaltungen müssen vor Drohnen geschützt werden

6/8/2018

In Deutschland noch „Luft nach oben“

Kassel, 6.8.2018 – Am Samstag ereignete sich während einer Rede des venezolanischen Präsidenten eine Explosion. Die Regierung teilte danach mit, es habe sich um einen Anschlag mit sprengstoffbeladenen Drohnen des Typs DJI M600 gehandelt, die aber noch rechtzeitig abgewehrt worden seien. Sieben Soldaten seien verletzt worden. Maduro machte die Opposition für den Anschlag verantwortlich, doch es gibt nach wie vor Zweifel an der offiziellen Version. „Unabhängig davon, was in Venezuela tatsächlich passiert ist, sollten derartige Veranstaltungen grundsätzlich mit spezieller Technologie vor Drohnen geschützt werden“, sagt Jörg Lamprecht, CEO und Mitgründer der Drohnenabwehrfirma Dedrone.

„Handelsübliche Drohnen können heute ohne weiteres mehrere Kilogramm Sprengstoff oder andere Substanzen transportieren“, so Lamprecht. „Technologie zur Detektion und Abwehr von Drohnen ist daher zwingend notwendig, um Angriffspläne idealerweise schon im Vorfeld aufzudecken oder im Ernstfall frühzeitig vor herannahenden Drohnen zu warnen, den Piloten zu orten und zu fassen und die Drohne zu stoppen.“ Der venezolanische Innenminister sagte am Sonntag in einem Interview, die Ehrengarde des Präsidenten habe die Signale der Drohnen mit speziellen Techniken gestört, weshalb die Sprengladung außerhalb des geplanten Zielbereichs detoniert sei.

Viele Großveranstaltungen in Deutschland noch ohne Drohnen-Schutz

Doch bisher werden die wenigsten Großveranstaltungen in Deutschland vor Drohnen geschützt. „Wir warnen schon seit Jahren vor den Gefahren durch Drohnen“, erklärt Lamprecht. "Das Bewusstsein wächst, aber es ist noch viel Luft nach oben.“ Sein Unternehmen hat ein System entwickelt, das den Luftraum mit verschiedenen Sensoren beobachtet und Drohnen schon in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern detektiert. Wird eine Drohne oder eine Fernsteuerung erkannt, verständigt das System sofort das Sicherheitspersonal. Die Position der Drohne wird dabei ebenso mitgeteilt, wie die des Piloten. „Wenn man den Piloten hat, kann man den Flug am ehesten aufhalten. Und es gibt rechtliche Grundlagen, um den Piloten strafrechtlich zu verfolgen“, meint Lamprecht. Das Dedrone-System wurde unter anderem beim Weltwirtschaftsforum 2017 und 2018 in Davos und der Beach-Volleyball-WM 2017 in Wien eingesetzt.

„Unser Ziel ist es, Anschläge im Vorfeld zu verhindern“

Das Dedrone-System speichert zudem alle gesammelten Daten und wertet sie aus. So erhalten die Verantwortlichen entscheidende Informationen wie Flugrouten, Anzahl der Drohnenflüge, Tage und Tageszeiten, Drohnentypen und wiederkehrende Drohnen. „Es ist gut möglich das jemand, der einen Anschlag beispielsweise auf ein Stadion plant, vorher Testflüge absolviert. Wir können solche verdächtigen Aktivitäten anhand der erhobenen Daten feststellen. Unser Ziel ist es, einzugreifen, bevor etwas passiert.“

Beispiele für Anschläge mit Drohnen

Erst im Juli haben die mexikanischen Behörden über eine mit Granaten präparierte Drohne auf dem Haus eines regionalen Sicherheitschefs berichtet – es kam allerdings nicht zur Detonation. Der Anschlag wurde von der Regierung als Reaktion des organisierten Verbrechens auf den Anti-Drogen-Kampf des Staates interpretiert. Der IS nutzt handelsübliche Drohnen bereits seit Jahren, um Granaten und Bomben abzuwerfen. Verschiedene Organisationen wie Armament Research Services (ARES), PAX, Open Briefing und auch das Bundeskriminalamt warnen daher seit langem davor, dass Drohnen von Terroristen und anderen feindlichen Gruppen für Anschläge auch auf Stadien und Großveranstaltungen missbraucht werden können.

Ergänzende Informationen
Über Dedrone

Als eines der ersten Unternehmen weltweit entwickelt Dedrone bereits seit dem Jahr 2014 Technologien zum Schutz vor zivilen Drohnen und ist der Innovations- und Technologieführer in diesem Bereich. Die Dedrone-Plattform kombiniert Hardware-Sensoren und Machine-Learning-Software und bietet so eine frühzeitige Warnung, Klassifizierung und Abwehr aller Arten von Gefahren durch Drohnen. Der Hauptsitz von Dedrone ist seit 2015 in San Francisco. Entwicklung und Produktion befinden sich in Kassel. Das Unternehmen wird unter anderem von Felicis Ventures und Menlo Ventures aus dem Silicon Valley, Target Partners aus München und John Chambers, Chairman Emeritus von Cisco Systems und Gründer von JC2 Ventures, unterstützt.


Pressekontakt

Friederike Nielsen, friederike.nielsen@dedrone.com +49 561 861799-120

Wollen Sie mehr erfahren?