Japan: Radioaktive Drohne landet auf Regierungsgebäude

von
Friederike Nielsen
23/4/2015

Am 15. April wurde eine Drohne mit radioaktivem Material auf dem Dach des Amtssitzes des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe entdeckt und löste einen Polizei-Großeinsatz aus.

Laut Medienberichten war das circa 50 Zentimeter große Fluggerät mit einem Warnzeichen für Radioaktivität versehen und trug außerdem eine Kamera, eine Plastikflasche und eine Art Leuchtsignal – ein Sprengsatz wurde glücklicherweise nicht gefunden. Möglicherweise handelt es sich um eine Protestaktion gegen die Entscheidung eines japanischen Gerichts, ein Atomkraftwerk wieder anzufahren.

Der Himmel voller Drohnen

Ebenso wie in Japan erfreuen sich zivile Drohnen auch in Europa und den USA einer wachsenden Beliebtheit. Erst Anfang April wurde berichtet, dass Investoren den Wert des amerikanischen Hobbydrohnen-Herstellers DJI auf zehn Milliarden Dollar schätzen. Laut inoffiziellen Zahlen machte das Unternehmen 2013 rund 130 Millionen Dollar Gewinn mit dem Verkauf kleiner unbemannter Fluggeräte, mittlerweile soll sich der Betrag vervielfacht haben.

Ähnliche Vorfälle auch in Washington und Paris

Im Januar sorgte eine Drohne von DJI für Schlagzeilen, weil sie vor dem Weißen Haus abgestürzt war. Es stellte sich heraus, dass ein Geheimdienstmitarbeiter den Quadrokopter nach Feierabend geflogen und die Kontrolle darüber verloren hatte. Die Aktion offenbarte eine eklatante Sicherheitslücke: Das kleine unbemannte Fluggerät konnte vom Radar, dass das Weiße Haus vor Luftangriffen schützen soll, nicht erkannt werden.

Seit dem vergangenen Herbst wurden auch immer wieder mysteriöse Drohnenflüge, meist über französischen Atomkraftwerken, gemeldet. Auch eine Atomwaffenbasis und zuletzt auch der Eiffelturm und andere neuralgische Orte in Paris waren betroffen.

Quellen: Focus, sUAS News, New York Times

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