Drohnen jammen oder spoofen - was geht und was nicht?

von
Friederike Nielsen
26/4/2018

Was bedeutet das sogenannte „Jammen“ oder „Spoofen“ einer Drohne? Was ist der Unterschied?

Piloten verwenden Fernbedienungen, um sich mit ihren Drohnen zu verbinden und sie zu steuern. Diese Funksignale zwischen Fernbedienung und Drohne können allerdings unterbrochen werden. Ein Überbegriff für die absichtliche Funksignalunterbrechung ist „Jamming“. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die Verbindung zwischen dem Piloten und seiner Drohne zu stören, darunter das so genannte „Spoofing“.

Beim Jamming wird absichtlich ein Störsignal gesendet, das die Funkverbindung zwischen dem Piloten und der Drohne unterbricht. Sobald ein Störsignal gesendet wurde, kann dies die Drohne dazu zwingen, Folgendes zu tun:

  • Auf der Stelle zu landen und jede weitere Bewegung anzuhalten
  • Zurückzukehren zur „Home“-Position, also zum Startpunkt. Viele Drohnen mit GPS verfügen über diese so genannte Home-Funktion, die dafür sorgen soll, dass eine Drohne zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehrt, wenn das Funksignal abbricht.

Richtig ausgeführt, erlaubt das Spoofing einem Dritten Folgendes:

  • die Drohne zu übernehmen und zu steuern
  • die Daten und Fotos von der Kamera herunterzuladen

Welche Werkzeuge werden zum Jammen gebraucht?

Ein Jammer besteht aus einem Sender, der unterschiedliche Formen und Größen haben kann. Wird er auf eine Drohne gerichtet, unterbricht er die Funk- und GPS-Signale, die sie steuern. Je nach verwendeter Technologie können die Signale aus einigen hundert Metern Entfernung gestört werden.

Warum sollte jemand eine Drohne jammen?

Organisationen, die berechtigt sind, Störsender zu verwenden, schützen normalerweise Hochrisikobereiche, zum Beispiel Militärstützpunkte. In einem Kriegsgebiet kann der militärische Sicherheitsdienst möglicherweise so eine unbefugte Drohne stoppen, bevor sie in einen geschützten Bereich eindringen und Schaden anrichten kann.

Was passiert mit einer Drohne, die gejammt wurde?

Jammen ist keine perfekte Abwehrmaßnahme. Es gibt keine Möglichkeit, den einprogrammierten Flugweg der Drohne vorherzusagen oder zu erkennen, ob sie vielleicht so programmiert wurde, dass sie ein voreingestelltes Ziel erreicht, auch wenn die Funkverbindung unterbrochen wird. Es ist unter Umständen auch nicht ersichtlich, ob die Drohne eine sensible Fracht an Bord hat, die gefährlich werden kann, wenn die Drohne (bruch)landet oder vom Sicherheitspersonal in Gewahrsam genommen wird.

Das Jammen dient ausschließlich dazu, einen Drohnenflug zu stören und nicht dazu, einen Piloten zu lokalisieren, etwas über den Flugweg zu erfahren oder mehr über die Eigenschaften der Drohne oder ihre Nutzlast herauszufinden.


Dürfen Unternehmen jammen?

Der Vertrieb und Betrieb von Störsendern durch Privatpersonen oder Unternehmen ist in ganz Europa und auch in den USA und Japan verboten. Marktteilnehmer, die dennoch Störsender in den Verkehr bringen, handeln ordnungswidrig und können in Deutschland beispielsweise mit Bußgeldern bis zu fünfzigtausend Euro bestraft werden.

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